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Archiv für August, 2008

Grüner googeln nicht gewünscht?

28. August 2008

Vor zwei Tagen hat Malte bei Spreeblick über die ökofreundliche Suchmaschine “Forestle” berichtet. Nun musste ich gerade lesen, dass Google die Partnerschaft mit Forestle beendet hat. Google’s Vorwurf: Forestle hätte für seine Benutzer “Anreize geschaffen, künstlich auf Google-Anzeigen zu klicken”, was gegen die Programmrichtlinien von Google ist.

Forestle weist die Vorwürfe zurück, meiner Meinung nach berechtigt. Forestle hat extra auf der Ergebnisseite einen Hinweis, der einen ausdrücklich bittet nur dann auf die Google Ads zu klicken wenn man auch ein berechtigtes Interesse daran hat, da blinde Klicks schnell ein schlechtes Image verursachen.

Möchte man trotzdem weiterhin ökologisch engagiert suchen kann man nun die ebenfalls von den Forestle Machern bereitgestellte Suchmaschine Znout nutzen. Diese nutzt einen schwarzen Hintergrund um Strom zu sparen und so genannte “Eco-Server”, welche laut eigenen Angaben mit Solarstrom betrieben werden.

Internet & Computer ,

Landleben Teil 1: Hühnerkauf

23. August 2008

Ich wohne jetzt seit etwas über drei Jahren in der Stadt. Das ist ein zugegeben nicht besonders lange Zeit und dennoch gibt es viele Dinge die man in dieser Zeit bereits vergessen hat. Etwa den Hühnerkauf.

In dem kleinen Ort aus dem ich stamme ist es einfach ganz normal, dass die Menschen hier noch selbst Hühner in ihren großen Gärten halten und da Hühner auch nicht ewig leben muss man eben hin und wieder mal eine paar Neue kaufen.

So geschah es heute, nein eigentlich gestern als meine Mutter zu mir sagte: “Morgen um viertel Zwölf kommt der Hühnermann. Kannst Du mir da bitte helfen? Wir haben nur noch Eins.” (Anm. d. A.: viertel Zwölf meint hier 11:15 Uhr). Also ging es heute morgen los richtung Rathaus. In solch ländlichen Gebieten läuft das nämlich folgendermaßen ab: Da steht irgendwann im Gemeindeblatt zwischen den Terminen für den Gottesdienst und der Ankündigung fürs 24. Straßenfest dann die Ankündigung, dass am Samstag in der Zeit von 11:15 Uhr bis 11:30 Uhr der Geflügelhändler auf dem Parkplatz hinterm Rathaus hält.

Und wenn man dann eben um 11:15 Uhr da hin kommt, dann erwartet einen bereits eine Szenerie, die so relativ typisch ist, aber für den Uninformierten im ersten Moment dennoch recht befremdlich wirkt.
Da stehen dann also 5 Leute, drei mit bereits weisem Haar, eine Dame etwa 60 Jahre alt und ihr Enkel. Neben den Dreien mit weisem Haar liegen bereits zwei braune Jutesäcke auf dem Boden, Herkunft unbekannt, genau wie der, den wir auch dabei hatten. Die Situation ist gelöst, ein freundliches Hallo ist schnell ausgetauscht und dann wird sich auch gleich fleißig über die alltäglichen Dinge ausgestauscht.

Fünf Minuten später ist es dann soweit. Ein kleiner Laster biegt auf den Parkplatz ein, die Ladefläche mit einem Kastenaufbau versehen und mit einer Plane abgedeckt. Auf der Seite prangt der Name des Betriebs, eine Geflügelzucht aus dem Schwarzwald (was auch immer die hier machen?!) Zwei Männer in grauem Kittel steigen aus, grüßen freundlich und öffnen den Verschlag des LKWs. Es ist still im Inneren, die Hühner sind nicht allzu aufgebracht von der Fahrt. Sofort wird damit begonnen dunkelrote Kunststoffkisten auszuladen in denen sich weise, braune und schwarze Hühner befinden. Wir nehmen immer weise, das hat Tradition in meiner Familie.

Die Herren in ihren grauen Kitteln beginnen emsig mit dem Verkauf. Hier fünf Braune, da sechs Schwarze, einer kauft gleich zwölf etwas kleinere Hühner. Keine Ahnung ob die noch im Wachstum sind oder zu einer speziellen Rasse gehören. Dann sind wir an der Reihe. Drei weise Hühner ordert meine Mutter und hält, wie auch die anderen Kunden vor ihr den braunen Jutesack auf. Für die Hühner ist die ganze Prozedur zwar bestimmt nicht stressfrei, aber ich schätze doch relativ stressarm. Mit geübtem Griff nimmt der Händler die Hühner an den Beinen und verfrachtet sie in den Jutesack. Die Tiere sind dabei erstaunlich ruhig, schlagen zwar mit den Flügeln aber sobald sie wieder auf dem Boden sitzen verhalten sie sich absolut still. Meine Mutter gibt mir den Sack, ich binde ihn zu sie fragt derweil den Händler wie viel er bekommt. 25,50 Euro, also 8,50 Euro pro Tier. Das Geld wechselt den Besitzer, man verabschiedet sich freundlich von den Bekannten und lädt den Jutesack inklusive Hühnern ins Auto. Drei Minuten später sind wir wieder daheim.

Daheim wird der hühnergefüllte Jutesack ausgepackt und zum Stall getragen. Stalltür auf, Jutesack rein, Jutesack auf. Die drei neuen Hühner betreten zum ersten Mal ihr neues Zuhause. Zuerst schauen sie ein wenig skeptisch drein, sofern man bei Hühnern von skeptisch sprechen kann. Dann beginnen sie aber gleich sich ein wenig umzusehen, sich mit der Umgebung vertraut zu machen und auf dem Boden zu picken. Sie werden auch gleich vom bisher noch verbliebenen Solohuhn begrüßt. Bisher läuft alles friedlich.

Kann doch auch mal ganz unterhaltsam sein so ein Landleben :)

Life, Stuff & Things ,

Alles wächst und gedeiht

21. August 2008

Naja vielleicht nicht alles, aber zumindest meinem Thymian geht es wieder gut. Nach zwei Festivalwochenenden war er völlig vertrocknet und ich musste ihn radikal bis zum Boden abschneiden. Letzte Woche wollte ich ihn schon wegwerfen, aber was sehe ich da… GRÜN!

Auch wenn René Grün nicht mag, ich finds in diesem Moment richtig toll! :)

Life, Stuff & Things , ,

Die deutsche Durchschnittsfamilie über Familienpolitik

21. August 2008

Die deutsche Durchschnittsfamilie. Mit Vater, Mutter und 1,4 Kindern.

Bereits an der Stelle musste ich herzlich lachen. Teilweise bitterböse und so gut.. Enjoy!

Direkt-Durchschnittsfamilie

via Board

Netzfund , ,

Mensch Internet, warum sagst Du das nicht gleich?

21. August 2008

Der Künstlerin Katharina Fritsch wird der mit 50.000 Euro dotierte Piepenbrock-Preis für Skulptur verliehen.

So lautet heute der oberste Eintrag in der Rubrik “In den Nachrichten” der deutschen Wikipedia. Kunstineressiert wie ich nun mal bin interessiert mich nun natürlich auch wie die entsprechende Skulptur aussieht. Also klicke ich auf den Link zum Piepenbrock-Preis und finde nur eine nüchterne Aufstellung der Preisträger seit 1988. Danach klicke ich auf den Namen Katharina Fritsch und werde zu deren Wikipedia Artikel weitergeleitet, aber auch dort Fehlanzeige. Der Artikel ist zwar schon soweit up to date, dass der Preis erwähnt wird, aber es gibt im ganzen Artikel nicht ein einziges Bild einer Skulptur der Künstlerin.

Bleibt noch ein letzter Ausweg: Auf zur Website des Piepenbrock-Preises. Dort gibt es auch eine kurze Mitteilung über die Auszeichnung Fritschs und - endlich - auch Bilder ihrer Werke. Diese sind aber recht klein und zudem ist es in Wirklichkeit ein einziges GIF, also nur ein Laufbild der diversen Skulpturen. Auch wieder keine genauen Infos.

Schließlich nehme ich also den Namen Katharina Fritsch und werfe ihn in die Google Newssuche. Da schreibt zum Beispiel die Berliner Morgenpost einen Artike l über die Preisverleihung. Beim Lesen dieses dämmert es mir so langsam, dass die Künstlerin nicht für eine bestimmte Skulptur, sondern wohl allgemein für die Gesamtheit ihrer Werke ausgezeichnet wurde. Aaahh!

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Grillen - Versuch einer Definition

17. August 2008

Grillen ist ja nicht nur Fleisch essen.
Grillen ist so zusagen eine Lebenseinstellung. Die bewusste Entscheidung zeitweise einen kulinarischen Schritt in der Evolution zurück zu gehen um, mit Hilfe einer archaischeren Zubereitungsform, einen ursprünglicheren Eindruck der Lebensweise zu gewinnen.

Gleichwohl regt es die ursprünglichen Instinkte hinsichtlich seiner Naturverbundenheit und sozialer Interaktion an. Schließlich bedeutet Grillen “Draußen zu sein” und in geselliger Runde ums “Feuer” zu sitzen, wie es in der Steinzeit nicht anders war.

Für den modernen, technik- und zivilisationsgeplagten Menschen kann Grillen also auch eine Art mentaler Erholungsübung sein, bei der sein Geist für eine gewisse Zeit die teils einengende moderne Zivilisation hinter sich lässt und es im so ermöglicht den Kopf wieder frei zu bekommen.

Life, Stuff & Things ,

The Death Star shines brightly tonight

16. August 2008

Wie mag das wohl aussehen, wenn nachts der Todesstern über San Francisco aufgeht, Shuttles des Imperiums auf Hausdächern landen und Tie Fighter dicht über das Wasser huschen? Die Antwort gibt es im Video..

Direkt Starwars

via

Netzfund ,

Wie geht’s Dir denn so?

13. August 2008

“Wie geht’s Dir denn so?” Diesen Satz hört man, ich möchte sagen, ständig. An sich ist daran ja nichts auszusetzen. Nur glaube ich das die meisten Menschen diese Frage einfach aus Gewohnheit stellen. Gerade heute bekam ich wieder eine E-Mail von einer Bekannten, welche diese fünf Worte noch vor der üblichen Grußformel einfügte. Nun glaube ich, dass meine Bekannte diese Frage durchaus ernst meint, aber was antwortet man auf diese Frage im allgemeinen? Richtig!

“Ja, mir geht’s gut. Danke der Nachfrage. Und selbst?”

Die gleiche Antwort werde ich wohl auch meiner Bekannten geben, denn (1) entspricht diese Antwort der Wahrheit und (2) gehört die Bekannte nicht zu dem sozialen Kreis, dem ich eventuelle Probleme offenbaren würde.

Teilweise antworte ich aber auch einfach aus Gewohnheit mit “Ja, es geht mir gut.” Weil das die Situation so wunderbar entschärft. Wenn man diese massenkonforme Antwortformel als Output liefert ist das Gegenüber froh, dass es keine negativen Neuigkeiten gibt (oder scheint es zumindest). Vielleicht möchte man zufällig-bekannter-Person Nr. 34 auch einfach nicht von der schlechten Note, der unbezahlten Rechnung oder einem anderen Missgeschick erzählen und lügt gaukelt daher scheinbares Wohlbefinden vor, um das Gespräch möglichst schnell zu beenden oder auf ein anderes Thema zu lenken. Würde man statt dessen wahrheitsgemäß mit “Es geht mir grade nicht so gut weil …” antworten, so müsste man zwangsläufig erklären was genau los ist und mit Kritik, Rat, Mitgefühl, Schimpfe, etc. rechnen.

Ich habe das selbst einmal ausprobiert. Antwortet man auf “WGDDS?” zum Beispiel mit “Darüber möchte ich nicht reden”, so geht das Gegenüber gleich davon aus, dass es einem zwangsläufig schlecht gehen muss. Nun muss ich zugeben, dass diese Antwort auch relativ eindeutig auf einen eventuellen Schicksalsschlag oder etwas derartiges hindeutet. Also versuchte ich eine andere Taktik.
Durch Abwandlung der Antwort zu “Warum fragst Du mich das überhaupt?” (wahlweise mit “Sie”) oder auch “Kein Kommentar” lassen sich äußerst interessante Ergebnisse erzielen: So ist das Gegenüber meist erst einmal sichtlich verwirrt, da sich die Antwort doch nicht ohne weiteres einordnen lässt. Dieser Zustand geht dann zügig in eine Art Betroffenheit über, da normalerweise wieder Negatives unterstellt wird.

In mehreren Monaten, in denen ich diese Taktik angewendet habe hat nicht eine einzige Person eine Antwort wie “an sich weiß ich das garnicht so genau” oder “Hm…” gegeben. Des öfteren war eine wohl glaubwürdige, wie auch nette Antwort à la “Weil es mich eben interessiert” zu hören. Dieser Zusatz macht “WGDDS?” dann auch irgendwie charmant.

Life, Stuff & Things

Großstadtgeflüster - Haufenweise Scheiße

13. August 2008

“Haufenweise Scheiße” von der Band Großstadtgeflüster. Hier ein Fan Video mit netten Bildern zur optischen Unterstützung des Songtextes. Bitte auch die Tapete im Hintergrund beachten, die fetzt ziemlich!

Direktscheiße

Music ,

M’era Luna Festival 2008

11. August 2008

Am 09. und 10. August 2008 fand nun wieder einmal das M’era Luna Festival in Hildesheim statt. Bereits zum achten mal fanden sich mehr als 20.000 schwarze Seelen auf dem Flugplatzgelände in Hildesheim ein um Musik zu hören, Bekannte zu treffen und richtig abzufeiern.

Vorab: Es war mal wieder ein richtig geiles Wochenende! Ich will im Folgenden meine Eindrücke, zum Festival selbst wie auch zu den Bands, wieder geben um Denen, welche nicht dort sein konnten einen kleinen Einblick zu bieten.

Freitag 08. August
Pünktlich um neun Uhr morgens begann die Reise richtung Hildesheim. Verteilt auf mehrere Autos machten wir uns insgesamt mit dreizehnt auf den Weg. Die Anreise verlief erfreulicherweise unspektakulär, von Stau keine Spur. Die Zufahrt zum Gelände selbst war zwar nicht wirklich unbedingt hilfreich ausgeschildert, aber nach kurzer Verwirrung am Zielort konnten wir die Autos parken und mit Ausladen und Aufbau beginnen.

Neu war dieses Jahr die erweiterte Kontrolle nach Glasflaschen und anderen nicht erlaubten Gegenständen. Recht systematisch wurde von den Securities vor Ort das Gepäck schon beim betreten des Zeltplatzes gefilzt. Der dadurch zwangsläufig entstehende Rückstau hielt sich aber in Grenzen, so dass wir ca. gegen 15 Uhr auf dem Gelände waren und Pavillons wie auch Zelte aufstellen konnten. Der weitere Tagesverlauf beinhaltete noch eine eineinhalbstündige Einkaufstour zu Aldi Nord um die nahrungs- wie genussmitteltechnische Versorgung vor Ort sicher zu stellen. Gefolgt von einem abendlichen Umtrunk auf dem Zeltplatz.

Samstag 09. August
Erster Tag und gleich ein super Programm! Das Samstagsprogramm war gespickt mit Highlights wie Mesh, Tanzwut und ASP, gekrönt vom Headliner des Tages: VNV Nation. Das Wetter war auf unserer Seite und blieb den ganzen Tag auf unserer Seite und nicht ein Regentropfen sollte die Stimmung trüben.

Die Berichterstattung beginnt hier um 11:40 Uhr auf der Main Stage mit der schweizerisch-lichtensteinischen Gothic-Metal Band „Elis“ (MySpace Link). Entspannt eingängige Musik bildete eine gute Grundlage für die noch kommenden musikalischen Erlebnisse. Leider muss ich hier auch gleich etwas Negatives zum Auftritt sagen. Der Sound war, wie teilweise im weiteren Tagesverlauf, ziemlich mies. Beim ersten Lied war kaum die Sängerin zu hören und die Boxen knarzten doch teilweise sehr unschön. Später bekam man die Probleme einigermaßen in den Griff, aber dazu später mehr.

Nach Elis ging es auf einen kurzem Abstecher in den Hangar zu „The Legendary Pink Dots“ (MySpace Link). Die Psychedelic Rock Formation rund um Frontmann Edward Ka-Spel breitete einen umfangreichen Klangteppich aus wodurch teilweise die Zeit ein wenig langsamer zu vergehen schien. Doch gab es noch mehr zu sehen.

Pünktlich um 12:35 Uhr betrat „Rabenschrey“ (MySpace Link) die Mainstage. Die sechsköpfige Band war ein Garant für gute Stimmung und verstand es das Publikum auch zu der für Festivals eher frühen Stunde zum mitsingen anzustiften. Spätestens bei „Hey wir sind Heiden“ war die Stimmung auf dem Höhepunkt und ich hüpfte vergnügt von einem Bein aufs Andere. Musikalisch fürs erste versorgt entschloss ich mich zu einem kurzen Bummel über die Shoppingmeile. Bis auf ein paar CDs wurde ich aber nicht wirklich fündig. Die üblichen Händler, der übliche Kram und Klamotten. Die Stände teilweise total zugestopft, so dass man sich kaum darin bewegen beziehungsweise etwas anprobieren konnte. Also zurück zum Zeltplatz, immerhin war es Zeit zum Mittagessen.

Die zweite musikalische Runde startete mit „Mesh“ (MySpace Link). Die englische Synthpop Band brachten einen schönen Sound auf die Mainstage, der jedoch nicht so unbedingt meinen Geschmack traf. Irgendwie in dem Moment zu lasch, eben einfach nicht das, was ich zu dem Zeitpunkt hören wollte. Und an sich freute ich mich auch eher auf Tanzwut.

Wo mir bei Mesh irgendwie was fehlte kam ich bei „Tanzwut“ (MySpace Link) auf meine Kosten. Die sechsköpfige Formation verstanden es die Massen in Bewegung zu versetzen. Ihre Mischung aus elektronischer und mittelalterlicher Musik zieht mich dabei immer wieder in ihren Bann. Klassiker wie „Das Meer“ und „Bitte Bitte“ versetzen mich und die Menge in freudige Stimmung und veranlassten wieder einmal zum mitsingen.

Um 18:05 Uhr betraten dann „Unheilig“ (MySpace Link) die Bühne. Die Band beeindruckte durch den kraftvollen, vollen Gesang des Grafen wie auch durch ein Bühnenbild, dass durch seine Schlichtheit extrem elegant wirkte. Drei große, bogenförmige Kerzenständer nahmen einen Teil der Bühne ein, darüber hing ein Artwork zum Album „Puppenspiel“. Durch den gleichzeitig ruhige melodische Klang wie auch die fesselnden Texte laden die Unheilig Lieder immer wieder zum träumen, hingeben und tanzen ein. So auch wieder auf dem M’era Luna.

Weiter ging es um 19:30 Uhr mit „ASP“ (MySpace Link). Was soll ich zu ASP noch groß sagen? Gewaltig, eindrucksvoll, einfach ein super Auftritt. Neben neueren Liedern gab es selbstverständlich auch Klassiker wie „Ich will brennen“ und „Ungeschickte Liebesbriefe“, welche die Stimmung schier zum überschäumen brachten. Es ist einfach immer wieder ein Genuss ASP auf der Bühne zu sehen und sich der Melodie hinzugeben.

Das lange Warten auf den Headliner des Abends sollte dann endlich ein Ende haben. Um 21 Uhr betraten „VNV Nation“ (MySpace Link) die Bühne und erfüllten das Flugplatzgelände mit feinster elektronischer Musik. Leider gab es auch hier zu Anfangs wieder Probleme mit dem Sound. Zu leise war es und ich bin jemand, der normalerweise eher über zu laut klagt. Die zweite Hälfte der Show machte dieses Manko aber mehr als wett. Der Sound war gut und die Gruppierung um Ronan Harris zog uns alle in ihren Bann. Der Auftritt war für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei, dennoch verblieb ein angenehm warmes Gefühl nach Ende der Performance. Übrigens gab es zu Ende noch die Ankündigung, dass in 2009 mit einem neuen Album zu rechnen ist.

Fazit des ersten Tages: Leider zogen sich die genannten Soundprobleme durch viel zu viele Auftritte wie ein ziemlich nerviger roter Faden. Außer VNV Nation und Rabenschrey konnte man auch bei ASP am Sound Unstimmigkeiten heraushören. Lediglich bei Unheilig stimmte alles. Trotzdem: Der Tag war einfach super! Echte Kracher auf der Bühne und ein erstklassiges Wetter. Beim abendlichen Zusammensein auf dem Zeltplatz wurde noch eifrig über die unterschiedlichen Erlebnisse des Tages ausgetauscht und Vorfreude auf den Sonntag begann sich breit zumachen.

Sonntag 10. August
Der Sonntag morgen begann mit Regen. Und das nicht zu knapp. Zwischenzeitlich lohnte es, sich auf dem Weg vom Zelt zum Frühstückstisch zu sputen um nicht allzu nass zu werden. Doch davon ließ man sich selbstverständlich nicht abschrecken. Schnell das Regencape übergestreift und los geht’s. Der Tag begann gemächlich mit einem Spaziergang über den Mini Mittelaltermarkt auf dem Zeltplatz.

Musikalisch startete ich dann eher spät, schaute mir ein wenig „The Vision Bleak“ und „Agonoize“ an, aber immer nur ein paar Schnippsel, so dass es dazu nicht wirklich etwas zu berichten gibt. Richtig los ging es dann wieder Rockig-Mittelalterlich mit „Saltatio Mortis“ (MySpace Link). Wieder eine Band, die verstand das Publikum mitzureißen und für ordentlich Stimmung zu sorgen.

Um nicht allzu mittelalterlich zu werden trieb es mich dann aber bald zum Kontrastprogramm von „“Combichrist“ (MySpace Link). Allerdings muss ich zugeben, dass mich Combichrist ein wenig enttäuscht haben. Mir fehlte einfach ein wenig der Unterschied zwischen live und Album. Das kam da nicht so unbedingt rüber. Daher hab ich den Hangar dann auch recht bald wieder verlassen, da es mich nicht reizt mir die Band live anzusehen wenn es von CD nicht wirklich anders klingt. Ich war allerdings auch nicht wirklich weit vorne im Hangar, vielleicht war der Eindruck aus größerer Nähe ja besser.

Viel interessanter war jedoch „Apoptygma Berzerk“ (MySpace Link) auf der Main Stage. Um 17:40 Uhr betrat die „Electro / Rock / Soul“ Kombi, wie es im MySpace Profil heißt, die Mainstage. Ein wunderbar atmosphärisch dichter Klang, der zum weiter hören einlud. Sicher, ein wenig poppig, aber trotzdem hatte ich meinen Spaß. Und auf der Mainstage war Apoptygma auch der heimliche Headliner.

Die Running Order sah weiterhin „New Model Army“ (MySpace Link) ab 19:10 Uhr vor. Die bereits Ende der 70er gegründete Band spielte einen netten, melodischen Sound, irgendwie fehlte hier aber auch der letzte Kick. Schön zum mal nebenbei hören, aber kein Highlight. Also beschloss ich mir einen guten Platz im Hangar zu für DAF (MySpace Fanpage) zu sichern.

Ob das jetzt so eine gute Idee war kann ich ehrlich gesagt nicht mit Sicherheit sagen. DAF ist.. nuja.. irgendwie hat es schon was. Relativ hart und martialisch, gerade der Mussolini, aber so auch wieder zu eintönig. Die Lieder sind sich allesamt recht ähnlich. Die Band hat ihre Berechtigung und haben auch eine fette Stimmung in den Hangar gebracht. Doch konnte mich der homogene Klang und der geschriene Sprechgesang nicht kicken. Gerade der Gesang gefällt mir von CD besser, weil er da eher im Hintergrund bleibt und sich recht harmonisch ins Gesamtbild des Songs einfügt. Das fehlte irgendwie.

Fields of the Nephilim“ (MySpace Link) haben um 20:50 Uhr als Headliner losgelegt. Tja.. „für einen Headliner ein wenig schwach“ war mein Gedanke nach den ersten drei bis vier Songs. Wenn ich jetzt so bei MySpace rein höre find ich sie besser als live vor Ort. Netter Sound, just not my cup of tea.

Fazit: Die Soundprobleme vom ersten Tag konnte ich glücklicherweise am zweiten nicht mehr bemerken. Dafür war der zweite Tag insgesamt gesehen musikalisch schwächer als der erste. Auf dem Zeltplatz ging es nochmal hoch her und gemeinsame Sinneseindrücke konnten vertieft und getauscht werden.

Abschließend war es wieder ein tolles Festival, die Party mit den Leuten war besser als im Vorjahr, allerdings gab es im Vorjahr musikalisch eine, für meinen Geschmack, bessere Auswahl.

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