Archiv

Artikel Tagged ‘Standpunkt’

Leben ohne Stimme

9. Januar 2009

Die Hausapotheke

Eins vorweg, sensorische Deprivation (Entzug sensorischer Reize) fand ich an sich schon länger spannend. Dabei dachte ich aber eher an so etwas was man mit einer Augenbinde und in einem Schlafzimmer macht. Nun erfahre ich derzeit jedoch, am eigenen Leib, eine andere Form sensorischer Deprivation, nämlich beinahe Stimmlosigkeit. Seit ein paar Tagen fehlt mir also sprichwörtlich die Sprache. Mehr…

Life, Stuff & Things , ,

Ich war noch nie richtig verliebt

9. Dezember 2008

Und eines Mittags, um kurz vor drei, als ich im Büro saß und ein wenig müde das Spreeblick Bilderrätsel sah bei dem man ein “Berlin liebt Dich” Postkarten Set gewinnen konnte, denn es war ja bereits vorbei, wurde mir klar: Ich war noch nie richtig verliebt.

Es gab da mal eine Frau, das ist richtig, aber das ist schon wieder knapp ein Jahr her und auch in sie war ich nie wirklich verliebt. Das wurde mir spätestens klar, als vor knapp zwei Monaten zwei Menschen in meinem Freundeskreis beschlossen nunmehr ein Paar zu werden und beide in diesen zwei Monaten, was die Bindung zum Anderen angeht, bereits so viel weiter sind als die Frau und ich damals.

Nein ich war tatsächlich nie richtig verliebt, nun bin ich auch noch weit davon entfernt Jemand zu sein, den man ‘alt’ nennen würde, bin noch unter 30, nicht knapp sondern deutlich und dennoch liegt mir diese Erkenntnis bleiern auf dem Gemüt.

Vermutlich ist es Schmerz, weil ich sehe wie glücklich andere Menschen um mich herum sind und weil ich begreife, wie viel dieses Glückes aus der anderen Person an ihrer Seite entspringt und es schmerzt mich selbst dieses Gefühl des Glückes nicht zu kennen. Es schmerzt mich regelmäßig abends alleine ins Bett zu gehen, nicht wegen irgendeiner körperlichen Lust die mir entgeht, sondern einfach wegen der menschlichen Wärme an meiner Seite die mir fehlt.

Teilweise floh ich mich deswegen in Leidenschaften, Zärtlichkeiten, Arme von Frauen die mir für den Moment Wärme spendeten, die ich aber niemals lieben könnte, weil sie nie die Richtige waren.
Für den Moment waren sie mir nahe Vertraute und erfüllten Ihren Zweck, doch gab es nie jehnes Gefühl, welches ich so schmerzlich misse obwohl ich es doch gar nicht kenne. Und nach kurzen Zeiten verfliegt dann auch diese Wärme gar zu schnell und am Ende bleibt wieder die Leere.

Life, Stuff & Things

Die deutsche Durchschnittsfamilie über Familienpolitik

21. August 2008

Die deutsche Durchschnittsfamilie. Mit Vater, Mutter und 1,4 Kindern.

Bereits an der Stelle musste ich herzlich lachen. Teilweise bitterböse und so gut.. Enjoy!

Direkt-Durchschnittsfamilie

via Board

Netzfund , ,

Grillen - Versuch einer Definition

17. August 2008

Grillen ist ja nicht nur Fleisch essen.
Grillen ist so zusagen eine Lebenseinstellung. Die bewusste Entscheidung zeitweise einen kulinarischen Schritt in der Evolution zurück zu gehen um, mit Hilfe einer archaischeren Zubereitungsform, einen ursprünglicheren Eindruck der Lebensweise zu gewinnen.

Gleichwohl regt es die ursprünglichen Instinkte hinsichtlich seiner Naturverbundenheit und sozialer Interaktion an. Schließlich bedeutet Grillen “Draußen zu sein” und in geselliger Runde ums “Feuer” zu sitzen, wie es in der Steinzeit nicht anders war.

Für den modernen, technik- und zivilisationsgeplagten Menschen kann Grillen also auch eine Art mentaler Erholungsübung sein, bei der sein Geist für eine gewisse Zeit die teils einengende moderne Zivilisation hinter sich lässt und es im so ermöglicht den Kopf wieder frei zu bekommen.

Life, Stuff & Things ,

Wie geht’s Dir denn so?

13. August 2008

“Wie geht’s Dir denn so?” Diesen Satz hört man, ich möchte sagen, ständig. An sich ist daran ja nichts auszusetzen. Nur glaube ich das die meisten Menschen diese Frage einfach aus Gewohnheit stellen. Gerade heute bekam ich wieder eine E-Mail von einer Bekannten, welche diese fünf Worte noch vor der üblichen Grußformel einfügte. Nun glaube ich, dass meine Bekannte diese Frage durchaus ernst meint, aber was antwortet man auf diese Frage im allgemeinen? Richtig!

“Ja, mir geht’s gut. Danke der Nachfrage. Und selbst?”

Die gleiche Antwort werde ich wohl auch meiner Bekannten geben, denn (1) entspricht diese Antwort der Wahrheit und (2) gehört die Bekannte nicht zu dem sozialen Kreis, dem ich eventuelle Probleme offenbaren würde.

Teilweise antworte ich aber auch einfach aus Gewohnheit mit “Ja, es geht mir gut.” Weil das die Situation so wunderbar entschärft. Wenn man diese massenkonforme Antwortformel als Output liefert ist das Gegenüber froh, dass es keine negativen Neuigkeiten gibt (oder scheint es zumindest). Vielleicht möchte man zufällig-bekannter-Person Nr. 34 auch einfach nicht von der schlechten Note, der unbezahlten Rechnung oder einem anderen Missgeschick erzählen und lügt gaukelt daher scheinbares Wohlbefinden vor, um das Gespräch möglichst schnell zu beenden oder auf ein anderes Thema zu lenken. Würde man statt dessen wahrheitsgemäß mit “Es geht mir grade nicht so gut weil …” antworten, so müsste man zwangsläufig erklären was genau los ist und mit Kritik, Rat, Mitgefühl, Schimpfe, etc. rechnen.

Ich habe das selbst einmal ausprobiert. Antwortet man auf “WGDDS?” zum Beispiel mit “Darüber möchte ich nicht reden”, so geht das Gegenüber gleich davon aus, dass es einem zwangsläufig schlecht gehen muss. Nun muss ich zugeben, dass diese Antwort auch relativ eindeutig auf einen eventuellen Schicksalsschlag oder etwas derartiges hindeutet. Also versuchte ich eine andere Taktik.
Durch Abwandlung der Antwort zu “Warum fragst Du mich das überhaupt?” (wahlweise mit “Sie”) oder auch “Kein Kommentar” lassen sich äußerst interessante Ergebnisse erzielen: So ist das Gegenüber meist erst einmal sichtlich verwirrt, da sich die Antwort doch nicht ohne weiteres einordnen lässt. Dieser Zustand geht dann zügig in eine Art Betroffenheit über, da normalerweise wieder Negatives unterstellt wird.

In mehreren Monaten, in denen ich diese Taktik angewendet habe hat nicht eine einzige Person eine Antwort wie “an sich weiß ich das garnicht so genau” oder “Hm…” gegeben. Des öfteren war eine wohl glaubwürdige, wie auch nette Antwort à la “Weil es mich eben interessiert” zu hören. Dieser Zusatz macht “WGDDS?” dann auch irgendwie charmant.

Life, Stuff & Things

1. Mai 2008

1. Mai 2008

Heute ist mal wieder 1. Mai, diesmal das Jahr 2008. In Deutschland. In Nürnberg. Das heißt konkret: Polizei überall, Nazis hier und Da.

Aber das heißt auch: Ich hab heute frei, genieße den Tag. Das Wetter ist toll, aber leider kann ich meine schönen, großen Fenster nicht auflassen, weil ich sonst vermutlich taub wäre bis zum Abend.. den Draußen fliegt ein laut tösender Polizeihubschrauber umher und macht Lärm. Im Umkreis von etwa 2 km rund um meine Wohnung sind ca. 12 Polizeiwagen aufgestellt und Ich meine nicht die gängigen Opel/BMW Kombis, sondern die große VW Busse. Welcome to public surveillance day!

Naja bleibe ich einfach zu Hause, mache ein wenig Haushalt und höre Salsa y Merenque via Internet Radio.

Life, Stuff & Things , , , , ,